über mich

DSC_5682 - Arbeitskopie 2

Geboren und aufgewachsen bin ich in der Oststeiermark in einer Zeit, wo das Tragen von Hosen für Mädchen im Volksschulalter noch nicht selbstverständlich war. Doch irgendwann kamen sie, die hot pants und Miniröcke.

Aktzeichnen wäre in dem kleinen Dorf am Fuße des Wechsels zu jener Zeit verpönt gewesen, doch in meiner Psychologie-Studienzeit in Graz begeisterten mich die Vernissagen des Steirischen Herbstes, sodass ich nebenbei sporadisch den einen oder anderen Aktzeichenkurs an der Volkshochschule belegte und das Skizzieren an einem lebenden Modell erlernte. Dass da ein Mensch sich auszog, 10 bis 15 Leute um ihn herumsaßen und seinen Körper studierten, um ihn schließlich mit hastigen Strichen festzuhalten, war eine völlig neue Erfahrung für mich. Ich begann mich frei zu fühlen, neue Möglichkeiten auszuschöpfen. Und es ist dieses Gefühl, dass mich bis heute antreibt.

Außer den Kursen an der Volkshochschule bei Edgar Miesbichler, habe ich einen Malkurs bei Felix Eckardt aus Hamburg absolviert. Großteils bin ich aber Autodidaktin, weil ich die Ruhe beim Arbeiten sehr schätze.

Zeichnen und Malen hat etwas Philosophisches.

Das Arbeiten an einem Bild sehe ich als eine ständige  Wechselwirkung mit mindestens 3 Faktoren: der Idee, dem Festhalten auf dem Papier und der Wirkung, die sie erzielt aus der sich dann wieder eine neue Idee entwickeln kann.  So entsteht Kommunikation beim Zeichen bzw. Malen.  Was ist es? Worauf läuft es hinaus? Was hat es mit mir zu tun? Was tritt hervor, was tut sich im Hintergrund? Gibt es überhaupt einen Hintergrund? Das ist das Spannende, weil das Arbeiten an einem Bild  bis zum Schluss offene Stellen hat.

Man sagt auch von einem Bild, das einem gefällt: es spricht mich an. Betrachten braucht Zeit – wie das Zuhören. Manche Bilder sind leiser und erschließen sich nicht sofort, andere sind grell und laut. Bilder sind stimmungsabhängig wie ihre Betrachter, manchmal erzählen sie etwas, manchmal schweigen sie.